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Digitale Dekade 2026: Europa macht Fortschritte, zentrale Lücken bleiben
Europas digitale Entwicklung kommt voran, erreicht die selbst gesetzten Ziele aber noch nicht in allen Bereichen. Der am 26. August aktualisierte Bericht zur Digitalen Dekade 2026 der Europäischen Kommission zieht eine Zwischenbilanz auf dem Weg zu den Zielen für 2030. Er betrachtet unter anderem digitale Infrastruktur, Kompetenzen, Unternehmensdigitalisierung und öffentliche Dienste.
Bei der technischen Infrastruktur meldet die Kommission deutliche Fortschritte: Die grundlegende 5G-Abdeckung erreicht inzwischen 96,8 Prozent der Haushalte in der Europäischen Union. Beim Ausbau von Glasfaseranschlüssen und anderen besonders leistungsfähigen Netzen sieht sie jedoch weiterhin Beschleunigungsbedarf. Eine nahezu flächendeckende Grundversorgung bedeutet damit noch nicht automatisch, dass überall die gleiche Leistungsfähigkeit verfügbar ist.
Auch Unternehmen setzen fortgeschrittene Technologien häufiger ein. Nach Angaben des Berichts nutzen 46,7 Prozent der EU-Unternehmen Cloud-Dienste, 39,9 Prozent Datenanalysen und knapp 20 Prozent künstliche Intelligenz. Die Verbreitung von KI stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent. Gerade kleine und mittlere Unternehmen stoßen laut Kommission jedoch weiterhin auf Hürden bei Fachwissen, Datenzugang, Infrastruktur und verfügbaren Ressourcen.
Die aktuelle Eurostat-Ausgabe „Digitalisation in Europe 2026“ macht die Größenordnung sichtbar: 93 Prozent der Menschen in der EU nutzten 2025 mindestens einmal pro Woche das Internet. Gleichzeitig verfügten nur 60 Prozent über mindestens grundlegende digitale Kenntnisse. Das europäische Ziel für 2030 liegt bei 80 Prozent.
Ähnlich groß bleibt die Aufgabe auf dem Arbeitsmarkt. Mehr als 10 Millionen Menschen arbeiteten 2025 in der EU als IT-Fachkräfte. Das entspricht rund 5 Prozent aller Beschäftigten und damit erst der Hälfte des für 2030 angestrebten Anteils. Frauen stellten weniger als ein Fünftel dieser Fachkräfte. Technik allein reicht deshalb nicht aus: Dauerhafte Digitalisierung braucht Menschen, die Systeme verstehen, sicher einsetzen und weiterentwickeln können.
Für unabhängige Internetangebote ergibt sich daraus eine klare Aufgabe. Moderne Technik, strukturierte Daten und der verantwortungsvolle Einsatz von KI werden wichtiger. Ebenso entscheidend bleiben verständliche Bedienung, nachvollziehbare Quellen und redaktionelle Qualität. Der Bericht zeigt damit vor allem eines: Digitale Entwicklung ist kein einmaliges Modernisierungsprojekt, sondern eine fortlaufende Verbindung aus Infrastruktur, Kompetenz und Vertrauen.
